Gruß aus der Kirche


Sonntag, 08.11.2020 - Drittletzter Sonntag des Kirchenjahres

Wochenspruch

„Selig sind, die Frieden stiften; denn sie werden Gottes Kinder heißen.“ Matthäus 5,9

 

Das Kirchenjahr liegt in den letzten Zügen. Noch drei Sonntage und wir starten mit dem 1. Advent neu durch. Doch den düsteren November gilt es noch zu durchleben mit den schweren Anlässen wie Volkstrauertag und Totensonntag. Dieses Jahr reißt uns auch kein Katharinenmarkt aus dem Sog des nachdenklich Werdens. Der Drittletzte legt den Finger auf viele Wunden: Frieden stiften! Freuen dürfen sich die, die sich für den Frieden aktiv einsetzen, glücklich sind sie! So könnten wir heute übersetzen.

Nun herrscht bald schon zehn Jahre Krieg in Syrien. Die Kinder, die damals in der Grundschule voller Entsetzen mit mir Kinderkleider für syrische Kinder gesammelt haben, sind längst konfirmiert. Warum nimmt das kein Ende? Weil diejenigen, die Friedensstifter sein sollten, ihre Aufgabe nicht erledigen. Da geht es um Vormachtstellung und Zugangswege zum Mittelmeer, um Protektorate und politische Nutznießereien.

Als wir 2015 in Etschmiatsin, in Armenien eine Tauffeier miterlebten, fiel mir eine junge Frau auf, die ihr Bein verloren hatte. In Bergkarabach hat sie ihr Bein gelassen! Nun wurde das armselige Stückchen Erde erneut geschunden. Die armseligen Hütten werden beschossen. Russland und Israel haben beiden Seiten Waffen geliefert. So macht man gute Geschäfte. Sind die Waffen verbraucht, muss Neues gekauft werden. Munter befeuert die Türkei den Hass, denn sie wissen in welche klaffende Wunde der Armenier sie da dreinschlagen.

Warum soll man den Krieg vermeiden, wenn dabei die Kassen klingeln? Wenn man neue Grenzen ziehen kann? Die einbeinige Frau in Etschmiadsin und die Witwen in den zerschossenen Hütten interessieren da nicht.

Es interessiert auch nicht jeden, dass weißgekleidete Frauen in Minsk in Gefangenentransporter gepfercht werden. Statt sie zu unterstützen und zu retten, legte Zypern einfach ein Veto ein. Sie fühlten sich in ihrem Nachbarschaftsstreit nicht richtig behandelt. Sollen die Frauen in den Gefängnissen doch leiden.

Bis 1940 konnte man in den USA noch eine Pistole mit absurdem Namen erwerben. Ein echtes Cowboystück: Peacemaker heißt der Knaller. Erschieß deinen Feind – dann hast du Frieden. Heute ist die Kopie für 8,99 Euro als Partyartikel erhältlich.

Mich schaudert es, wenn ich Kinder mit Plastikgewehren spielen sehe. Mich erschreckt es, wenn sie auf mich zielen. Was geben wir ihnen da mit auf den Weg? Sie werden nicht zu denen, die glücklich sind, die sich freuen dürfen, weil sie gelernt haben sich aktiv für den Frieden einzusetzen. Jesus meint mit Friedenstifter keine passiven Kopfnicker, die um des lieben Friedens willen zu allem Ja und Amen sagen.

Er meint Väter, die ihren Kindern erklären, warum sie keine Pistole aus Plastik für sie kaufen. Er meint große Brüder, die davor warnen im Spaß oder im Spiel andere abzuknallen. Er meint Eltern, die dagegen angehen, dass unsere Kinder emotional verrohen und abstumpfen.

Er meint Lehrer, die aufmerksam Dinge ansprechen, auch wenn es Eltern nicht wahrhaben wollen. Jesus meint die, die mutig aufstehen und aussprechen, was nicht stimmt. Er meint solche, die nicht mitmachen, wenn einer wie die Sau durchs Dorf gejagt wird.

Schalom, der Friede den Jesus meint, ist nicht allein die Abwesenheit von Krieg, sondern das verantwortungsbewusste Mitdenken, das Handeln zum Wohl aller, der Wunsch nach Gesundheit und Heilsein, nach Segen und Zufriedenheit.

Glücklich ist jeder, der sich mit Unfrieden nicht zufriedengibt. Freuen können wir uns, wenn wir klar und aufrichtig sprechen, freuen können wir uns, wenn wir Gedanken in Ordnung bringen und Brücken bauen. Freuen können wir uns, wenn der Pulsschlag in gesundem Rhythmus geht bei uns und unserm Gegenüber.

Einen friedlichen Ausklang des Kirchenjahres

wünscht Ihnen Ihre Pfarrerin Anke Doleschal

Sonntag, 01.11.2020 - 21. Sonntag nach Trinitatis

Wochenspruch:

„Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.“ Römer 12,21

 

Die Augen der Konfirmanden leuchten beim Anblick der mit bunten Bonbons gefüllten Holzschale. Sie steht im Eingangsbereich zum Gottesdienstraum. Sehnsüchtig greifen sie rein. „Da sind sie wieder, die Lutherbonbons!“  Sie erinnern sich beim Auswickeln an die Relistunden aus der Grundschulzeit. Da steht auf dem Papier: Am 31. 10. ist Reformationstag.   Luther statt Zombies. Reformation statt Halloween. Erkenntnis statt Gruseln. Freiheit statt Angst. Geistvolles statt Kommerzielles. Natürlich gibt es auf der Zombiepartie ordentlich Action. Es gibt Glibbriges zu essen, gruselig laute Musik, zu Monstern mutierte Freunde und jede Menge Beute nach dem Streifzug von Haustür zu Haustür.

Da ist so ein Martin Luther eher ein nüchterner Kamerad. Eigens seine spektakuläre Schein - Entführung auf die Wartburg birgt Action. Doch was hat er alles ausgehalten, wie viele Anfeindungen musste er ertragen? Hätte er das Gebiet seines Landesfürsten verlassen, wäre er ein toter Mann. Er war mit dem Bösen, der List und den Anfeindungen täglich konfrontiert. Wie konnte er da so fröhlich mit Herzenswärme unterrichten, schreiben und trösten?

Als er den Vers aus dem Römerbrief seinen Studenten näher bringt, erklärt er ihn so: „Sieh zu, dass der andere dich nicht damit, dass er dir wehe tut, zu einem Menschen macht, der ihm gleich ist, nämlich zu einem bösen  und dass seine Bosheit nicht deine Güte überwältigt.“

„Lass dich nicht vom Bösen überwinden“ diesen Vers mögen die Konfirmanden genauso gern wie die Lutherbonbons. Bei jeder Konfirmation wird er als Spruch gewählt. Sie kennen die Stimmung vom Pausenhof, Bushaltestellen, Jugendkellern. Da ist der, der schlecht über mich redet, der mir die Freunde ausspannt. Da ist der, der mich mobben will. So mancher geht in der Schule durch eine harte Schule. Schlage ich zurück? Dann bin ich auch ein Schläger. Geh ich weg? Dann ruft man mir ‚Feigling‘ nach. Aber dann habe ich gewonnen.

„Der Sieger ist, wer den anderen umwandelt…während er selbst unverändert bleibt“, schreibt Luther in seinem Kommentar zum Römerbrief.

„Mach du ihn vielmehr dadurch, dass du wohl an ihm handelst zu einem guten Menschen, der dir gleich ist. Deine Güte überwinde seine Bosheit und wandle ihn in dein Wesen um.“ Wem das gelingt hat die Spirale der Gewalt durchbrochen. Paulus schreibt diese Worte, die Luther auslegt an gefangene Christen, an christliche Sklaven, an Menschen, die Verfolgungen ausgesetzt sind. Was hat er in seinem Leben an Schlägen und Peitschenhieben erdulden müssen! Aber wo auch immer er in Bedrängnis war, ist er rausgekommen, weil er ruhig blieb und wie man heute sagt „deeskalierte“. Ein schickes neues Wort für eine alte Sache. Paulus und Luther haben es schon beherzigt und erprobt. Kein ‚Wie du mir so ich dir‘. Kein ‚Aug um Aug, Zahn um Zahn‘. Bleib du gut – das ist ansteckend. Nicht nur Corona. Auch das Gute. Versuche das Böse mit deinem Guten zu infizieren.

Herzlich grüßt Sie

Ihre Pfarrerin Anke Doleschal

Sonntag, 25.10.2020 - 20. Sonntag nach Trinitatis

Wochenspruch:

„Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert: nichts als Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott.“ Micha 6,8

 

„Was soll ich denn noch tun? Ich dreh mich den ganzen Tag und alles nur, damit du zufrieden bist! Was willst du denn noch?“ Schwere Stimmung zwischen Zweien, bei denen die Kommunikationslampen auf Rot leuchten. „Was ist denn los? Was habe ich dir denn getan?“ Micha, der alttestamentliche Prophet ist Zeuge einer Beziehungskrise. Es kriselt stark in der Liebe zwischen Gott und den Menschen. Micha stellt bittere Entfremdung fest. Gott und Mensch haben sich auseinandergelebt. Vorbei ist das vertraute Hand in Hand gehen, vorbei ist das aneinander Denken und auf einander Rücksicht nehmen. Gott ist nicht mehr der Einzige und Größte im Leben. Anderes hat sich da vorgedrängt. Wichtiger geworden sind nun Profit, schicke Götterbilder aus dem Ausland, Ausbeutung der Mitmenschen und der Erde, Bestechung und Betrug, Protz und Geltungssucht.

Aus Micha sprudelt es heraus. Er kann diese Gemeinheiten gegenüber Gott, dem betrogenen Liebenden nicht mehr aushalten.

„Was habe ich euch getan?“ lässt Micha von Gott ausrichten. Er erinnert an die gute alte Zeit, als die Menschen in der Wüste ihm vertrauten. Es ist, als würde Micha mit den Menschen Hochzeitsbilder anschauen. Schau, damals, wie schön es war, als wir einander vertrauten und einander wertgeschätzt haben.

Aber die Menschen reagieren schnippisch auf Michas Erinnerung aus der ersten Zeit der Liebe: „Was sollen wir denn noch alles machen?“ Sie schlagen die kostspieligsten und überzogensten Opfer vor, damit Gott den Mund hält.

Da haut Micha verbal mit der Faust auf den Tisch: Was sollen die ganzen Äußerlichkeiten, euer frommes Getue und scheinheiliges Geschwätz! Es ist erlogen, wenn das Herz kalt ist. Was du tun sollst?

Denk doch mal nach! „Es ist dir gesagt, Mensch!“ Damals in der Wüste Sinai, als das Leben zwischen den Menschen geregelt wurde, gab es die Gebote, die uns schützen und frei machen.

„Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott.“

Mehr ist es nicht. Gott will keine Opfer, keine Scheinheiligkeit, keine Goldklumpen und keine fetten Kälber auf dem Altar.

Er will Liebe zwischen den Menschen. Er will, dass man seine Gebote respektiert.

„Ob es Gott überhaupt gibt?“ fragt einer in einer satten Kaffeerunde. Das zweite Stück Kuchen ist nun gegessen und erneut wird Kaffee nachgeschenkt. Die ersten lehnen sich gemütlich zurück und lockern den straffen Hosenbund. „Bei alledem was es auf der Welt gibt! Der müsste doch mal dreinschlagen! Aber Gott macht das nicht, weil es ihn wohl gar nicht gibt.“ Noch ein Käffchen? Fair gehandelt ist der Kaffee nicht. Für die Sahne auf dem Kuchen hat man die günstigste genommen. Egal, was die Bauern verdienen. Man entspannt genüsslich und beginnt nun Gott die Existenz abzusprechen, weil er seine Arbeit auf der Erde nicht richtig macht.

„Mensch! Es ist DIR gesagt, was gut und was der Herr von DIR fordert, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott.“ Mensch, DU hast deine Aufgaben nicht gemacht. Er hat dir die Erde anvertraut und dir Mitmenschen an die Seite gestellt, er hat dich gut ausgestattet mit allem. Er hat dich verwöhnt wie ein Liebender. Und du? Lehnst dich in den Sessel zurück. Fragst erst nach ihm, wenn es klemmt.

Micha blättert mit uns durchs Hochzeitsalbum. Erinnere dich. Du bist getauft, du bist geliebt, er ist an deiner Seite. Erwiderst du seine Liebe? Er will nicht viel, nur Gutes, Liebe und Respekt.

Micha erinnert uns an unsere Partnerschaft mit Gott und will uns davor bewahren, dass wir uns entfremden von dem, der uns liebt.

Mit herzlichen Grüßen

Ihre Pfarrerin Anke Doleschal


Sonntag, 18.10.2020  - 19. Sonntag nach Trinitatis

Wochenspruch

„Heile du mich, Herr, so werde ich heil; hilf mir, so ist mir geholfen.“   Jeremia 17,14

 

Zu Beginn der Erkältungszeit tauschen wir Ratschläge aus, um gut durch den Coronaherbst zu kommen. Egal wo es hingeht heißt es: Warm anziehen! Am besten mit Wolldecke ausgerüstet die Kirche besuchen. Lüften, wo immer es geht. Nicht meckern, wenn es zieht. Die Aerosole sollen ja abziehen. Schal und Mütze sind schick im Klassenzimmer und bei Sitzungen. Ganz praktisch ist dabei der Mundschutz – er wärmt jetzt zusätzlich.

 Als wüsste der Wochenspruch um unsere Sorgen! „Heile du mich!“ Im Augenblick wissen wir gar nicht, wo uns der Kopf steht vor lauter Unheil in der Welt. Am schlimmsten sind Politiker, die mit der Gesundheit ihrer Bürger achtlos umgehen und den Schmerz um die Toten übergehen.

Es ist ein Stoßgebet, das Jeremia hier ausspricht. Ein Seufzer, wenn die Worte fehlen. Jeremia hat so viel Spott ertragen müssen. Er hat die Menschen gewarnt vor dem Unheil und weil es nicht gleich eingetreten ist, wurde er als Schwarzmaler ausgelacht. Spott erfährt er angesichts der drohenden Gefahr. Das geht Jeremia durch und durch und es erschüttert auch uns, wenn Menschen achtlos werden und ihre Rücksichtslosigkeit demonstrativ zur Schau stellen. Das ist wie ein Schlag ins Gesicht. Jeremia schreit da auf: „Heile du mich, Herr!“

Jeremia ermutigt uns zuzugeben: Ja, ich brauche Hilfe. Ich muss nicht sagen: „I’m great! Es geht mir großartig.“

Es geht uns nicht großartig, wenn wir uns umsehen in der Welt. Die Ziele unsere Sehnsuchtsreisen machen uns Sorgen. In Jordanien wird den Bürgern geraten das Krankenhaus nicht aufzusuchen. Da kann den Patienten nicht mehr geholfen werden. In Armenien ist Krieg. Die Wirte unserer Lieblingsrestaurants in Spanien sind am Ende.  Wie sehnen wir uns überall nach Heilung!

Jeremia bleibt nur noch dieses eine Ventil: „Heile du, Herr!“ Gerade können wir die vielen Knoten nicht selber lösen.  Wenn wir die Fenster öffnen, um anderen frische Luft zukommen zu lassen, dann ist das wichtig. Wenn wir den Mundschutz aufsetzen, wenn wir schlotternd, aber tapfer die Decke über die Schulter schlagen, dann sind das erforderliche Maßnahmen. Aber es bleiben die Sorge, die Ungewissheit, die Einsamkeit. Jeremia weiß, dass wir mehr brauchen. Er wendet sich an den Arzt seiner Seele.  „Heile du, Herr. Hilf, dann ist uns geholfen.“  Jeremia hat dadurch eine unbeschreibliche Kraft bekommen. Er hat durchgehalten und seinen Widersachern die Stirn geboten. Jeremias Arzt für die wunde Seele können wir auch konsultieren. Er reagiert auch auf wenige Worte.

Heilsame Gedanken und Augenblicke wünsche ich Ihnen

Ihre Pfarrerin Anke Doleschal


Sonntag, 11.10.2020  - 18.Sonntag nach Trinitatis

Wochenspruch

„Dies Gebot haben wir von ihm, dass wer Gott liebt, dass der auch seinen Bruder liebe.“  1. Joh. 4,21

 

„Ach, Finanzberater sind Sie!“ Er nickt nachdenklich. „Wissen Sie, dass wir Hand in Hand arbeiten?“ fragt er. Ich schaue ihn verwundert an. Wie will er die Brücke zum Pfarrberuf schlagen? Da bin ich gespannt. „Wenn Sie mit Ihrer Arbeit auf dem Friedhof fertig sind, geht’s bei mir so richtig los.“ Ich schlucke: „Die Trauer ist dann doch gar nicht rum!“ „Wenn Sie wüssten, wie Menschen sich in die Haare kriegen können. Da ist der Tote noch gar nicht richtig unter der Erde.“

Eben wurde noch gebetet.  Eben hat man noch Anteil genommen. Jetzt will man seinen Anteil.

Eben stand man noch nebeneinander, jetzt geht es gegeneinander.

Eben ging es noch um die Liebe zum Verstorbenen, um die Liebe Gottes, die ihn empfängt, um die Liebe, die uns tröstet. Dem Autor des Johannesbriefes sind diese Beobachtungen nicht fremd. Seine Leser kennen das oberste Gebot: „Du sollst Gott lieben und deinen Nächsten wie dich selbst.“ Johannes kann seine Gemeinde im Schlaf wecken und sie können es aufsagen. Aber zwischen aufsagen und verinnerlicht haben gibt es einen Unterschied.  Zwischen davon wissen und danach leben liegen Welten. Liebe ist ja immer in Ordnung. Doch den lieben, den ich gerade nicht so liebenswert finde? Den Bruder, der immer alles besser weiß? Der mehr Erfolg zu haben scheint? Die Schwester, die immer die ruhige Kugel schiebt und alles auf die anderen abwälzt?

Die Farbigen, die in Amerika für Gleichbehandlung auf die Straße gehen, ja, die haben die Nächstenliebe voll verdient! Wir unterstützen sie absolut.

Die Schlechtbezahlten in unserem Land, die Überstunden machen, sie haben es verdient mehr zu bekommen. Ich könnte ja auch mal ihre Hilfe benötigen, da ist es schon wichtig, dass sie gut behandelt werden.

Aber der Bruder, der sich vor aller Verantwortung drückt, der nur dann kommt, wenn es Sahnetorte gibt, der mit seinen vielen Macken, den soll man lieben?

Je näher wir einander stehen, desto schwieriger wird es mit der Liebe. Vom Sofa aus wäre Nächstenliebe ab 20 Uhr schon eine Hilfe um weltweit Probleme zu lösen. Würden die anderen das mal umsetzen mit der Nächstenliebe!

Doch das nächste Familientreffen zu überleben ist ein Grund für eine Nominierung für den Friedensnobelpreis.

Schwadroniere nicht weltweit herum, fang bei dir an, bei dem härtesten Fall, deinem Bruder, ermutigt uns der Autor des Johannesbriefes. Er ist wie du. Ein Mensch mit Fehlern. Du findest Nächstenliebe wichtig, denn du könntest ja auch mal die Liebe der anderen brauchen? Sie ist eine sinnvolle Errungenschaft des christlichen Abendlandes? Sie macht unsere Gesellschaft menschlich und sozialer? Gut. Dann beginne mit dem neben dir.  Versuche es. Gott wird dir beistehen. Seine Liebe ist stark und wird dir Kraft geben auch deine Fehler zu erkennen und die deines Bruders in einem anderen Licht zu sehen. Das ist das beste Mittel gegen Magenschmerzen, Nackenstarre, Herzprobleme und hohen Blutdruck. Johannes spricht in seinem Brief immer wieder von der Liebe. Brautpaare schätzen seine Zeilen sehr: „Gott ist die Liebe und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.“ So viele Verse können wir im Johannesbrief finden, die uns zu Herzen gehen.

Dieser Vers aber fordert uns. Er hilft uns über unseren Schatten zu springen und zu leben, was wir glauben.

Mit herzlichen Grüßen

Ihre Pfarrerin Anke Doleschal


Sonntag, 27.09.2020    - 16. Sonntag nach Trinitatis

Wochenspruch

„Jesus Christus hat dem Tode die Macht genommen und das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht durch das Evangelium.“ 2.Tim 1,10b

 

„Wissen ist Macht“ war das Motto einer meiner alten Lehrer. Doch das Wort „Macht“ erschien wenig attraktiv. „Nichts wissen macht auch nichts“ stand als Antwort auf der Schülertoilette. Schauen wir uns um: Macht scheint enorm an Attraktivität gewonnen zu haben! Mancher hat so sehr Gefallen an der Macht gefunden, dass er sie gar nicht abgeben mag. Am liebsten würde Lukaschenko aus Belarus schon seinen Sohn inthronisieren! Undenkbar für Trump, dass er im Herbst seine Macht abgeben könnte. Bitteschön noch schnell einen Impfstoff vor den Wahlen. Dann ist die Macht gesichert.

Solche Machthaber machen Angst. Wir finden sie auch unter Vorgesetzten und Mitarbeitern, deren geistige Ellenbogen immer wieder schmerzlich den Feierabend verderben können.

Als der fieseste Machthaber erscheint Vielen der Tod. Er kommt einfach und nimmt weg – die Liebsten, die Zukunft, die Träume und am Ende schnappt er uns.

Schon der Philosoph Epikur hat versucht dem Killer der Lebensfreude die Stirn zu bieten. Genüsslich lehrte er in seinem Garten und schrieb in einem seiner Briefe: „Das schauerlichste Übel also, der Tod, geht uns nichts an, denn solange wir existieren, ist der Tod nicht da und wenn der Tod da ist, existieren wir nicht.“

Klingt griffig und ganz humorvoll. Es ist eine alte Methode auszulachen, was uns Angst macht.  Doch die Dichterin Mascha Kaleko würde antworten: „Vor dem eigenen Tod ist mir nicht bang, doch vor dem Tode derer, die mir nah sind…“ Diese Sorge hat Epikur nicht im Blick.

Da scheint draußen noch die schöne Septembersonne und wir würden der sanften Herbstwärme so gerne länger die Macht übertragen.

Was hat Macht über uns? Was macht uns Angst?

Paulus sitzt im Gefängnis, wir vermuten in Rom. Keiner hat ihm beim letzten Verhör beigestanden. Er hat keine Angst. Niemand hat Macht über ihn, auch wenn keine Sonnenstrahlen ihn erreichen. Stattdessen schreibt er: „Christus hat dem Tod die Macht genommen und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht durch das Evangelium.“

Wer Macht über mich hat, bestimme ich, so klingen diese Worte. Ich bin nicht in römischer Hand, sondern in der Hand dessen, der dem Tod die Macht genommen hat. 

Das ist die Kraft des Widerstandes. Wer so denkt, durchschaut die Mauern und blickt souverän über die düstere Situation hinaus. Paulus weiß, dass ihm die Todesstrafe droht. Für die Römer wird er der Verlierer sein. Das stört ihn nicht; denn er steht auf der Seite des Siegers, des Siegers über den Tod. Das bringt Licht in die Gefängniszelle.

Was auch immer dir Angst macht, wer auch immer meint Macht über dich zu haben, neben dir steht der Sieger. Sein Licht beleuchtet die Schatten der dunkeln Mächte, sein Licht deckt auf, was im Argen liegt, wer von ihm weiß hat Macht über alle Ängste.

„Wissen ist Macht“ – von dem Sieger zu wissen, macht frei von Mächtigen und Ängsten. 

Mit herzlichen Grüßen

Ihre Pfarrerin Anke Doleschal


Sonntag, 20.09.2020    - 15. Sonntag nach Trinitatis

Wochenspruch

„Alle eure Sorge werft auf ihn, denn er sorgt für euch.“ 1. Petrus 5, 7

 

Da hört man die Kirchturmuhr schon wieder schlagen und hat noch kein Auge zugetan. Die Sorgen sägen an den Nerven. Morgen wird bestimmt alles schief laufen…

Sorgen sind eine echte Last. Die Schultern spüren das, der Nacken verspannt sich, der Magen- Darmtrakt äußert sich auch dazu.

Der ganze Körper leidet mit, wenn die Seele schwer an Sorgen trägt.

Da klingt es wie ein Befehl: Werft auf ihn all eure Sorge!

Wenn wir so verspult sind in unserem Sorgengeflecht, dann hilft nur ein Machtwort: „Wach auf, du Sorgenversponnener. Hör mal zu. Abwerfen sollst du das jetzt. Raus aus dem Kreisen um die ollen Sorgen.“ Das ist nicht so leicht. Die Sorgen haben sich gut festgesetzt. Man schleppt sie überall hin mit.

Luther kennt das. Er war da sehr sensibel und wusste wie Sorgen, die durch Mark und Bein gehen uns zusetzen. Hatte er doch selbst Sorgen um das Leben, den Frieden und die reine Lehre.

Er schlägt vor zu beten. Das Gebet ist eine Abladefläche für die Sorgen und zwar ganz anschaulich. Beten heißt: Gott den Sack mit deinen Sorgen vor die Füße werfen, sagt Luther. Gott hält das aus. Keine Sorge. Pack sie alle zusammen und wirf sie ihm hin. Schütt dich aus. „Reib ihm die Ohren, bis sie heiß sind“, ist Luthers Rat. Wir sind viel zu schüchtern und zu distanziert. Da ist es mal an der Zeit, dass uns ein deftiger Gedanke Luthers aufrüttelt.

Die Gemeinde, an die sich diese befehlsartigen Worte richten, ringt mit dem Ärgsten. Die Gemeindeglieder werden verfolgt und jederzeit kann ein römischer Soldat die Gemeinde aufspüren und ihre Mitglieder verhaften.

Eine Stimmung ist das wie unter den Demonstranten in Belarus. Da geht es jetzt um alles, um die Freiheit, um Gerechtigkeit, um die Zukunft. Das sind heftige Sorgen. Wenn ich demonstrieren gehe, kann es sein, dass ich nicht mehr nach Hause zurückkomme.

Wir staunen über die Kraft und den aufgerichteten Rücken dieser Menschen. Wir hätten auch gern solch einen starken Rücken, der weder verkrampft ist noch sich beugt unter der Sorgenlast.

Neben dir steht doch einer, dein Gott. Der nimmt dir deinen Sack ab. Lass ihn los. Er geht mit dir durch das Sorgental. Er sieht mehr als du in deiner Dunkelheit.  Er sieht schon das Licht.

Ihnen eine sorgenfreie Woche und einen sorglosen Schlaf!

Ihre Pfarrerin Anke Doleschal


Sonntag, 13.09.2020  - 14. Sonntag nach Trinitatis

Wochenspruch

„Lobe den Herrn, meine Seele und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.“ (Psalm 103, 2)

„Net gebruddelt isch gnug globt!“ Das ältere Ehepaar sitzt vor mir. Sie lächelt etwas bitter. Er erhebt sich nach seinen markanten Worten, geht ein paar Schritte ins Nebenzimmer, weil er ja Wichtigeres zu tun hat als mit Ehefrau und Pfarrerin zu sprechen. Damit lebt sie eben. Ja, es könnte schöner sein. Aber man ist halt schon so lange zusammen und hat sich dran gewöhnt.

In der Tat - die guten Worten fehlen. Gerade nach dem Essen. Aber sie hat gelernt sein Schweigen zu verstehen. Wenn er nix sagt, dann ist alles in Ordnung. So kann man sich auch arrangieren, allerdings etwas freudlos. Nun, wir leben nicht ewig und Lebenszeit ist kostbar. Das gilt auch für unsere Beziehungen. Später steht er dann alleine am Grab und bereut, was er versäumt hat, was er an Gutem nicht gesagt hat. „Isch gnug globt?“ Eben nicht.

Mit Gott sollte er nicht so umgehen wie mit seiner Ehefrau, daran erinnert der Psalmbeter. „Meine Seele“, das ist kein hochtrabend emotionaler Aufruf. Im Hebräischen heißt das nichts anderes als „Ich“. Lobe den Herrn, ja, ich bin gemeint. Vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.“

Gerade jetzt neigen wir „Corona deprimiert“ zu vergessen. Neuerdings sind auch die Kanarischen Inseln tabu. Aus dem Kroatienurlaub wird nichts, der Bodensee ist überfüllt die Ostsee auch. Bars, Diskotheken, Nachtclubs - geschlossen. Die Menschheit scheint ein vehementes Problem zu haben: Mit Mundschutz macht das Leben einfach keinen Spaß. Ja, denn Spaß soll alles machen! Dafür sind wir auf der Welt! Das Leben ist die Megaparty. Loben? Wen? Gott? Wofür?

Wenn es nicht so läuft, wie geplant, dann scheint das „Bruddeln“ ein gern gewählter Weg zum Abreagieren zu sein. Das Gebruddel brodelt vor sich hin, lässt dabei den „Bruddler“ mürrisch wirken, unelegant in der Wortwahl und verleiht ihm ein schlecht gelauntes Antlitz. Wer bruddelt wird nicht schöner davon und wirkt auch wenig attraktiv.

Stellen Sie sich den Menschen vor, der gerade daran denkt, was Gott ihm Gutes getan hat. Was für eine Ausstrahlung ein solcher Mensch hat! Von dem geht ein Strahlen aus, eine Lebensfreude, Dankbarkeit. Mit so jemanden unternimmt man gerne eine Wanderung, den lädt man zum Grillen ein, das ist ein guter Kumpel. Der zieht uns mit hoch, der wirkt wie ein Heilmittel für eine betrübte Seele.

Wir können das auch! Loben! Drei Sätze für Gott! Dafür bin ich dankbar! Das habe ich an Gutem erfahren! Probieren Sie es aus. Das reguliert den Blutdruck, nimmt Angst, lässt uns gut durchschlafen, verwandelt Sorge in Vertrauen und Trägheit in Dankbarkeit. So starten wir voller Elan in den Tag.

Das strahlen wir aus, wenn wir uns beim Bäcker für die knusprige Rinde seiner Brotspezialität bedanken. Wenn wir in der Gärtnerei erzählen, wie lange die Blumen im Wohnzimmer gehalten haben. Wenn wir dem Nachbarn die selbst produzierten Brombeeren herüberreichen und die frische Luft am Morgen einatmen.

Das Gute dankbar erkennen macht sympathisch. Da merkt man gleich: Dieser Mensch liebt das Leben, was auch immer es bringt, denn er sieht das Gute, das Gott ihm schenkt.

Offene Augen für all das Lobenswerte in Ihrem Leben wünsche ich Ihnen!

Mit herzlichen Grüßen

Ihre Pfarrerin Anke Doleschal


Sonntag, 06.09.2020 - 13. Sonntag nach Trinitatis

Wochenspruch

 „Christus spricht: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.“   Mt. 25, 40b

 

Es wird noch auswendig gelernt im Evang. Religionsunterricht in der Grundschule in Seelbach. Gerade diese Worte Jesu laufen wie am Schnürchen: „Jesus spricht: Ich bin hungrig gewesen und du hast mir zu essen gegeben.“ Klar - darauf folgt durstig mit dem dargebotenen Getränk. „Ich bin ein Fremder gewesen“. Das wird schon spezieller, denn der Fremde wird aufgenommen. „Ich bin nackt gewesen“ das merken sich die Kinder ganz verschmitzt. Dass da Kleider gegeben werden müssen, ist für sie logisch. Krank und im Gefängnis sein und dort Besuch zu bekommen, wirkt auch wieder schlüssig.

Merken können sich die Kinder das gut. Doch was bedeutet das?

Manche Kinder durchstreifen daraufhin ihr Kinderzimmer. Gibt es etwas, das ich abgeben kann? Sie hören, dass ich Koffer für Kinder in Jordanien packe. So bringen sie Tüten mit zu klein gewordener Kleidung in die Schule mit.

Das ist rührend. Doch an einem Satz gerät das eingängige Wortspiel beim Auswendiglernen ins Stocken. Bei der Zusammenfassung: „Was ihr getan habt den geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.“ Die neue syrische Klassenkameradin, die fremd ist,  der Junge aus der letzten Reihe, dessen Mutter vergessen hat ihm ein Pausenbrot zu schmieren, die Kinder in Jordanien, für die die Relilehrerin sammelt, die Freundin mit der blutigen Nase, die sich heute nicht in die Schule traut wegen ihrer Beule…da soll noch mehr dahinter stecken?

Jesus, der König hat gesprochen. Er ist inkognito unterwegs. Wie bei Tolstois „Schuster Martin“, begegnet er uns im verfrorenen Straßenkehrer Stefan, in der Mutter mit dem dürftig dünnen Kleidchen, in dem mundraubenden Jungen vom Markt. „Ich habe dich besucht, ich war da.“ Unser Leben liegt vor ihm, unser Verhalten ist vor ihm ausgebreitet. Er steht vor der Tür des Schusters und trägt viele Namen. Er klopft auch an der Tür unseres Herzens an. 

 Dieses Jahr zum Oktoberfest wird wohl nicht so vollmundig volltrunken geschunkelt werden zu dem Schlager: „Wir kommen alle, alle, alle in den Himmel, weil wir so brav sind.“ Das wäre der vollkommene Aerosol - Ausstoß. Bleiben wir lieber brav und verkneifen uns schunkelnd darauf zu beharren, dass uns der Himmel sowieso offensteht.

Fragen wir uns lieber: Wo habe ich dafür gesorgt, dass der Himmel vor meiner Haustüre beginnt? In wem ist mir Jesus begegnet? Habe ich ihn gut genug behandelt? Damals, als mich meine Nachbarin um Rat fragte, damals, als meine Initiative gefragt war? Habe ich mich so verhalten, als hätte Jesus selbst an meine Tür geklopft? 

Die Kinder der Reliklasse haben diese Worte intus. Jesus hat sie extra so gewählt, um es uns kinderleicht zu machen. Wir begegnen ihm täglich. 

Mit herzlichen Grüßen

Ihre Anke Doleschal

 

Seit dem 30. August ist die „Urlaubsserenade“ online abrufbar auf der Seite „Gemeinsam im Schuttertal“.

Haben Sie einen Nachbarn, der keinen PC hat? Kennen Sie jemanden, der die „Urlaubsserenade“ wegen technischer Hindernisse nicht anschauen kann? Laden Sie ihn einfach ein zu einem Kaffee oder Wüstenkräutertee und gehen Sie zusammen auf Gedankenreise. Oder lassen Sie sich einladen und bringen Ihr Equipment mit! Verschenken Sie eine gesellige, musikalische Stunde.

 


Sonntag, 09.08.2020  - 9. Sonntag nach Trinitatis

Wochenspruch

„Wem viel gegeben ist, bei dem wird man viel suchen; und wem viel anvertraut ist, von dem wird man umso mehr fordern.“

Lukas 12, 48b

Die Nachbarin hat den Schlüssel! Sie kümmert sich während des Urlaubs um die Blumen und versorgt die Katze. Doch wehe ihr, wenn sie die Blumen ersäuft und die Katze den Appetit verliert. Es ist nicht einfach Verantwortung zu tragen. Beim Anblick der mageren Katze und der modrigen Blumen heißt es dann: Das hätten wir von ihr nicht erwartet!

Wie leicht ist es die Verantwortung für die Blumenkübel und für Nachbars Tiere zu übernehmen im Vergleich zu dem, was Jesus bei diesen Worten vor Augen steht: Du bist der, dem viel anvertraut ist. Du hast einen Lebensschlüssel in der Hand. Gott hat uns mit mehr beauftragt als mit dem Blumengießen. Er hat uns Kinder anvertraut, die wir großziehen, ausbilden und mit inneren Werten auszustatten haben.

Da geht ein Lebenspartner an unserer Seite, dessen Bekanntschaft vor Jahren uns wie Gottes Fügung vorkam. Doch jetzt hat die alltägliche Routine die Liebe fest im Griff. Fühle ich noch, dass dieser Mensch mir anvertraut wurde?

Uns ist Lebenszeit anvertraut, die sinnvoll und rücksichtsvoll zu behandeln ist. Wir leben alle nicht ewig. Die eigenen Ressourcen sind auch mal erschöpft. Nur um Spaß zu haben, ist uns dieses Leben nicht geschenkt. Es ist mir anvertraut sinnvoll anderen ein Segen zu sein.

Gott hat uns die Erde überlassen, uns beschenkt mit Schönheit vor der Haustüre. Wir müssen nicht auf die Straße um zu demonstrieren. Es wäre schon hilfreich, wenn keine Kippen mehr auf der Straße landen, jeder seinen Müll korrekt entsorgt und unsere Natur nicht zur Plattform von alkoholisierten Spaßparties missbraucht wird.

Was machst du mit deinen Begabungen, die er dir geschenkt hat, mit der Ausbildung, die dir möglich gemacht wurde? Wie gehst du um mit den Lehrern, die dir an die Seite gestellt wurden? Machst du was draus? Dir ist viel gegeben – übernimmst du auch Verantwortung deine Talente für andere sinnvoll einzusetzen?

Jesus wendet sich gegen das sinnentleerte Verpassen unserer Lebenszeit, den nachlässigen Umgang mit den Möglichkeiten, die offen stehen und den ungenutzten Gaben, die wir doch einsetzen können.

Schauen wir uns um: Wieviel ist uns gegeben! So viel ist uns anvertraut. 

Die Nachbarin hat die Post sorgfältig gestapelt. Sie hat vor der Ankunft noch mal durchgelüftet. Sie hat das Katzenfutter angereichert, die Katze täglich gestreichelt und zu den zu betreuenden Blumen noch einen Willkommensstrauß dazugestellt.

Es wurde nicht von ihr erbeten. Sie hat gern mehr getan. Wenn da eine Blume eingegangen ist, ist ja nicht schlimm. Wie schön ist es, wenn die Urlauber heimkommen und strahlen: „Das haben wir doch gar nicht erwartet!“ Verantwortung übernehmen ist eine Freude.

Mit herzlichen Grüßen

Ihre Anke Doleschal


Sonntag, 02.08.2020 - 8. Sonntag nach Trinitatis

Wochenspruch

„Lebt als Kinder des Lichts: die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit.“ Epheser 5, 8b.9

Noch ist es abends lange hell. Ein wenig wehmütig sind wir schon, dass die Dauer der hellen Stunden wieder abnimmt. Wir genießen die Abende, an denen wir mit einem Tuch vom Basar der Kirchengemeinde um die Schultern gelegt noch lange auf der Terrasse sitzen, plaudern, grillen, ein Schlückchen trinken…

Uns tut das Licht so gut. Es motiviert uns morgens aufzustehen, es heilt die Seele in Traurigkeit, verleiht uns Tatendrang im Garten die Hacke zu schwingen, inspiriert uns neue Wanderwege zu erkunden. Gottesdienste unter freiem Himmel bei strahlendem Licht richten uns bereits ohne Worte auf.

Das haben wir mit Sonnenblumen gemeinsam. Wie sie bald wieder mit ihren Köpfchen der Sonne zugewandt auf den Feldern stehen! Keiner hat ihnen gesagt in welche Richtung sie schauen müssen. Sie fühlen genauso wie wir, dass das Licht ihnen gut tut.

Such nicht nur das Licht. Sei selber eines! Paulus kennt Ephesus. Was da alles im Untergrund lief! Eine gigantische Metropole war die Hafenstadt Ephesus. Gleich einem Leuchtturm strahlend und verführerisch wies das Artemis Heiligtum den Schiffen den Weg in den Hafen. Für Paulus war das Gedöns um dieses Heiligtum absolut unterirdischer Moloch. Verscherbelt wurden silberne Andenken, es wurde betrogen, bestochen, gelogen, gehurt…Wir wissen, dass Paulus mit seinen Predigten die Andenkenhändler schwer gegen sich aufgebracht hat. Er auch andere finsteren Machenschaften ausgesprochen. Da schlackert man mit den Ohren, wenn man sich das Vokabular aus dem Epheserbrief zu Gemüte führt. Wie leuchtet dagegen die Botschaft Jesu. Er ist der Leuchtturm, seine Worte sind das wahre Heiligtum. „Lasst eure guten Taten leuchten vor den Leuten! Stell dein Licht nicht unter den Scheffel“, hat er uns aufgefordert. Leuchte auch du! Sei anderen ein Licht.

Es leuchtet bereits, wenn wir uns aufmerksam grüßen, statt muffig aneinander vorbeizuziehen. Ein Kind des Lichts muss sich nicht verstecken hinter verspiegelter Sonnenbrille und Kapuze. Ein Kind des Lichts kann sich sehen lassen, weil seine Augen andere anlachen.  

Der Hafen von Ephesus ist inzwischen verlandet. Der Artemis Tempel wurde zum Steinbruch.  Seine Marmorplatten finden sich sogar im Altarbereich des Katharinenklosters im Sinai. Von der Göttin Artemis sprechen heute nur noch die Reiseführer und ihre letzte müde Säule steht einsam in der Landschaft herum. Die stolzen Reiche fallen, die Hände der Gierigen verwesen, die Betrüger konnten nichts festhalten. Doch über allem leuchtet der ermutigende Satz an die ersten Christen von Ephesus: „Lebt als Kinder des Lichts! Die Frucht des Lichts ist lauter Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit.“ Diese Prinzipien haben die Zeiten überdauert. Da stehen wir morgens von der Sonne geweckt am Fenster. Starten wir in einen hellen Tag, mit hellen Gedanken, mit gütigen Worten, mit Fairness und Ehrlichkeit.

Dann scheint die Sonne auch, wenn es regnet. Denn ob es hell ist in unserer Umgebung entscheiden wir als Kinder des Lichts.

Eine lichtdurchflutete Woche

Wünscht Ihnen Ihre Pfarrerin Anke Doleschal

Gottesdienst

Bei schönem Wetter feiern wir am Sonntag um 9.30 Uhr wieder vor der kleinen Friedhofskapelle in Seelbach. Musikalisch werden wir begleitet von Kamal am Saztambour und Herbie am Saxofon.

Falls es regnen sollte, bietet die helle Katharinenkirche eine sichere Zuflucht.

 


Sonntag, 26.07.2020

Film

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Es musizieren Herbie Wickertsheim, Saxofon und Swetlana Renz, Keyboard und Gesang

1. Saxofon: Amazing grace

2. Keyboard: Die Rose

3. Keyboard: Magnificat

4. Saxofon: Ave Maria, Schubert

5. Keyboard und Gesang: Ave Maria Bach / Gounod

6. Saxofon: Patrona Bavariae

 

Mit herzlichen Grüßen auch an alle katholischen Gemeindeglieder!

Text

Der letzte Sonntag vor den Sommerferien hat eine ganz besondere Stimmung: Die Türen sind geöffnet für eine besondere Zeit, wir schauen ins Weite, ins Freie und alles erscheint sonnendurchflutet. Deshalb pilgern wir jedes Jahr zum Gottesdienst nach Schweighausen. Manche verbinden den Besuch mit einer Wanderung, einer Einkehr in die verlockende Gastronomie und genießen die Urlaubslandschaft, die uns umgibt.

Doch dieses Jahr ist alles anders: Zu klein ist die St. Anna Kapelle, zu dicht müssten wir uns drängen…

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Sonntag, 26.07.2020 - 7. Sonntag nach Trinitatis

Wochenspruch

 „So seid ihr nun nicht mehr Gäste oder Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen.“  Epheser 2, 19

Ein verlassenes Haus in Grau zieht meinen Blick auf sich. Welch eine abweisende Ausstrahlung! Der Löwenzahn wächst aus den Ritzen und in kantiger, altmodischer Schrift ist zu lesen, schwarz auf schmutzig ergraut: „Fremdenzimmer“. Es schaudert mich. Hier möchte ich kein Fremder sein. Kein Wunder, dass dieser Art von Gastfreundschaft kein Erfolg beschieden war. Müde und hungrig auf der Suche nach einem Gasthaus vor so einem Schriftzug zu stehen, daneben eine leere, verstaubte Vitrine zu erblicken, lässt mich fühlen, was Fremdling heißt. Wie herrlich ist es dagegen im Orient in eine Hochzeit zu geraten. Man will ja nur gucken, was da los ist und versucht einen Blick auf die Braut in ihrem Kleid zu erhaschen. Kaum habe ich den Kopf durch die Tür gesteckt, da wird mir schon gewinkt und meiner Reisegruppe auch. Flugs haben wir etwas Essbares in der Hand und werden zum Tanz aufgefordert. Ja, hierbleiben! Nicht schlafen gehen! Essen, trinken, tanzen, fotografieren…was für eine Ehre! Wie oft haben wir das auf Reisen erlebt, am äußersten Rande von Armenien, mitten in Jordanien, in Ägypten…Da waren wir Gäste, wurden aber behandelt wie willkommene Mitbürger. Da verzeiht man uns den mangelnden Hüftschwung beim Tanz, die ungelenken Bewegungen und das schüchterne Lächeln. Wir dürfen dazu gehören und werden angestrahlt. Die Tradition dieser Gastfreundschaft ruht auf dem religionsverbindenen Fundament: Wenn Gott dir einen Gast schickt, könnte es ein Engel sein. Wie die drei Männer, die Abraham besucht haben und ihm seinen sehnlichsten Wunsch voraussagten: Er, der alte Mann und seine Sarah werden einen Sohn bekommen. Gut, dass Sarah eifrig Rosinenkuchen gebacken und einen Braten zubereitet hat. Es waren Boten Gottes.

Auch wir wären gerne wieder reisend unterwegs und sehnen uns nach dieser Gastfreundschaft. Doch benehmen wir Gäste uns wie Engel? Nehmen wir Rücksicht auf unsere Gastgeber? Die Bilder der jungen Gäste, die in der Bier–und Ballermann – Avenue auf Mallorca gegrölt haben, ungeachtet der vielen Opfer, lassen uns fremdschämen. Das sind keine willkommenen Engel, sondern im Schrecken einer Pandemie eher Todesengel.

Vor diesen Gästen graust es dem Gastgeber. Solches Verhalten befremdet und macht uns zu Fremdkörpern, die nicht willkommen sind. Das in einer Zeit, in der Gastgeber weltweit sich sehnen nach Gästen! In einer Zeit, in der jeder Gast wie ein Engel erscheinen muss, der aus der Krise hilft! Es gibt einen Festsaal, der trotz Corona sperrangelweit aufsteht. Es ist ein Festsaal, in den wir nicht als neugierig heranschleichende Touristen linsen. Es ist ein Festsaal, der durchgehend geöffnet ist und mit einem Schutzkonzept, das die Zeiten überdauert. Es ist der Festsaal Gottes, in dem wir willkommen sind als „Mitbürger der Heiligen“ und als „Gottes Hausgenossen.“ Jeder Sonntag ist Vorgeschmack auf diese Gemeinschaft. Jedes Mal, wenn wir uns als Gemeinde versammeln, sei es bei Freiluftgottesdiensten oder in der Katharinenkirche, jedes Mal, wenn wir in Gottes Namen zusammenkommen, ist keiner mehr von uns Fremder oder Gast, sondern Mitbürger und Gottes Hausgenosse. Wir sehnen uns nach dem griechischen Abend am Meer, nach den orientalischen Vorspeisen, nach den skandinavischen hellen Nächten und nach Menschen, die uns verwöhnen. Dabei können wir hier in der Kirche am Ort jeden Sonntag erleben, was Gastfreundschaft heißt: In Gottes Haus, unterm Himmelszelt oder Kirchendach bist du willkommen! Du, Gottes Hausgenosse!

Mit herzlichen Grüßen 

Ihre Pfarrerin Anke Doleschal

Onlinegottesdienst

Am 26. Juli hätten wir uns traditionell in der kleinen St. Anna Kapelle in Schweighausen getroffen. Da saßen wir immer dicht beieinander und haben gestaunt, wie viele Menschen in die kleine Kapelle passen. Das geht dieses Jahr leider nicht. Dieser Gottesdienst muss entfallen. Stattdessen senden wir einen „Gruß aus der Kirche“ aus der St. Anna Kapelle, zu finden auf unsere Homepage. Herzlich willkommen zum „online Gruß“ daheim!

 


Sonntag, 19.07.2020 - 6. Sonntag nach Trinitatis

Wochenspruch:

 „So spricht der Herr, der dich geschaffen hat, Jakob und dich gemacht hat, Israel: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!“ Jesaja 43, 1

Hören wir gern, wenn uns jemand ruft? Mit langgezogenen Vokalen und erhobener Stimme? Meist folgt dem Namen ein Kommando: Irene, das Bier ist leer! Isolde, wo liegen die Grillsteaks? Igor, der Rasen muss gemäht werden!  Ähnlich klingt es auch auf dem Sportplatz, wiederum verbunden mit Kommandos wie der Ball nun zu befördern sei. Irgendwann mag man seinen Namen dann nicht mehr hören. Der Name wird zu oft begleitet von Gebrüll und Kritik, lästigen Aufträgen und Forderungen. „Fürchte dich nicht!“ richtet uns Jesaja von Gott aus.  Wie wohltuend ist es zunächst einmal beruhigt zu werden. Da erschrecken wir nicht, wenn unser Name fällt. Das ist anders als damals, als wir in Physik aufgerufen wurden und am liebsten unter den Tisch gekrochen wären als an der Tafel zu stehen. Das ist anders als damals, als uns das Herz beim Hören des Namens stehenblieb, weil unser Hirn noch nicht den Lernstoff beherbergt hatte.

„Fürchte dich nicht!“ Gott kennt die Angst beim Hören des Namens. Gott weiß, wie es uns durchzuckt, wenn auf einmal wir gemeint sind.

„Monika, kommen Sie bitte zu einem Gespräch in mein Büro.“ 

Was gibt das nun? Ist was nicht in Ordnung? „Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst.“ Wer erlöst ist, ist frei, ist locker, ist Sorgen los. Der fürchtet sich nicht, wenn der Name erklingt. Bei unserer Taufe haben höchstens wir geschrien, doch angeschrien hat uns niemand. Wir wurden gehalten und gewiegt, getröstet und beruhigt. Unser Name fiel ganz sanft verbunden mit gewärmtem Wasser und wärmenden Worten. „Du bist mein.“ Gott schreit unseren Namen nicht quer über das Fußballfeld, er keift nicht hinter uns her und übt keine Kritik an unserem Unvermögen. „Du bist mein.“ Das ist ein klassischer Bestandteil eines Liebesgedichtes. Wer liebt, dem ist der Name des anderen wertvoll. Für Liebende gibt es keinen schöneren Namen als der Namen des anderen. Auf einmal werden gewöhnliche Namen zu Kostbarkeiten. „Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein.“ Haben Sie einen Menschen, dessen Namen sie lieben? Menschen, deren Namen für Sie wichtig sind? Namen, die Sie gerne aussprechen, weil die Menschen dahinter ihnen kostbar sind?

Unser Name ist für Gott kostbar. Jesaja richtet uns diese Liebeserklärung aus. Was bedeutet uns Gottes Name?  „Geheiligt werde dein Name“, beten wir im Vater Unser. Das ist unsere Antwort ihm gegenüber. Dein Name ist auch mir heilig. Wie in einer Liebesbeziehung. Behalten wir unsere Zunge im Blick, wie wir mit seinem Namen umgehen und mit den Namen derer, die wir rufen. 

Mit herzlichen Grüßen

Ihre Pfarrerin Anke Doleschal


Sonntag, 05.07.2020  - 4. Sonntag nach Trinitatis

Wochenspruch

 „Einer trage des andren Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.“ (Galater 6,2)

 

„Das ist unser Trauspruch!“, höre ich oft. Mein Gegenüber strahlt. „Wie schön, dass ich diesen Vers mal wieder gehört habe.“

Ist das nicht erstaunlich? Am Hochzeitstag wird das junge Paar konfrontiert mit der Last, die da kommen könnte. Entweder haben beide vor lauter Glück gedacht: „Für dich trag ich alles“ oder die Augen der Liebe lassen Last nicht schwer wirken. Wer liebt ist ja zu Vielem fähig. Genau diese freundlichen Augen der Liebe meint Paulus, wenn er von der Last spricht. Er spricht dabei nicht ausdrücklich vom Aufbauen der gemeinsamen Existenz, vom Häusleabzahlen und Kindergeschrei, Gebrechlichkeit und Haarausfall. Nein, er spricht von einer anderen Last: Die Last mitzuerleben, dass der andere einen Fehler gemacht hat.

„Wenn ein Mensch von einer Verfehlung ereilt wird, so helft ihm wieder zurecht…“ Der andere hat Fehler. Der andere hat seine Kanten, der andere hat seine Ängste und Verstimmungen, der andere kann irren und Fehlentscheidungen treffen, er kann naiv sein und alles zu rosig sehen…Da fängt es an zu kribbeln. Wie sag ich es ihm? Manche verwenden die Methode: „Ich sag halt, was ich denk.“ Dann knallt es meistens, denn einen kalten Waschlappen möchte niemand um die Ohren geschleudert bekommen. Manche wissen es einfach besser und merken nicht, dass sie Besserwisser sind. Dann knallt es irgendwann, wenn das Fass überläuft. „Wenn jemand meint, er sei etwas, obwohl er doch nichts ist, der betrügt sich selbst“, meint Paulus dazu. Paulus gibt uns einen Tipp: „Schau auf dich selbst“. Wir wissen ja, wenn wir mit dem Finger auf andere zeigen, weisen drei Finger auf uns zurück. Was dem anderen passiert ist, kann dir genauso geschehen. Paulus empfiehlt einen „sanftmütigen Geist“. Bei Brautpaaren sind es die Augen der Liebe. Machen wir die Last des andern nicht noch schwerer, indem wir auch noch Vorwürfe und Schelte aufbürden egal, ob am Küchentisch, an Nachbars Zaun, am Stammtisch, beim Kommentieren der Nachrichten…Der andere ist wie du. Jeder hat seine Last. Hilf ihm in Liebe.

Mit herzlichen Grüßen von Pfarrerin Anke Doleschal


Rosenfest

Sonntag, 28.06.2020


Sonntag, 20.06.2020 – 2. Sonntag nach Trinitatis

Da wir Gottesdienste unter anderen Bedingungen wieder gemeinsam feiern, finden Sie für diesen Sonntag hier keinen Film, aber gerne den aktuellen Text.

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Pfingstmontag

Film

Zum Pfingstmontag laden wir Sie wieder zum ökumenischen Gruß auf die Seite "GEMEINSAM IM SCHUTTERTAL" ein. (Ab Sonntag 17 Uhr)


PfingstSonntag, 31.05.2020

Film

Begleitet von Frau Renz am Klavier singt die Filmcrew der Kirche ein Geburtstagsständchen: „Unsere Kirche hat Geburtstag, Gott hat seinen Geist geschenkt und sie wünscht sich von uns allen, dass ein jeder daran denkt.“ (Musik und Text von Siegfried Macht)

„Siebenmal sieben plus eins ist Pfingsten, siebenmal sieben heißt: Zeit erfüllt. Gott hat seinen Geist gegeben, das Geheimnis ist enthüllt“ Frau Renz und Filmcrew singen und spielen eine Komposition von Siegfried Macht

Morning has broken

Oh happy day!

Textversion

Auf dem Altar steht ein Geburtstagskuchen mit Kerzen.

Dazu erklingt das Lied: „Unsere Kirche hat Geburtstag. Gott hat seinen Geist geschenkt. Und sie wünscht sich von uns allen, dass ein jeder daran denkt.“ 

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Sonntag, 24.05.2020

film

An der Orgel: Swetlana Renz.

Instrumental

„O komm, du Geist der Wahrheit…“ 136

„Schmückt das Fest mit Maien….“ 135

„Gottes Segen behüte dich nun…“ Neues Gesangbuch Nr. 146

textversion

Er ist weg. 

Die gewohnte Stimme klingt noch in den Ohren nach. 

Wie soll das jetzt weitergehen ohne ihn?

Es war so leicht, als man sich noch an ihn anlehnen konnte.

Der Sonntag nach Himmelfahrt verarbeitet eine klaffende Lücke.

Jesus, der Freund und Meister, der verehrte Lehrer und Weggefährte ist fort. Gut, alle wissen, wo er ist und es muss wohl auch so sein.

Doch es ist schwer ohne den Menschen weiterzugehen, der einst das Lebenselixier war.

Das kommt manchen bekannt vor…

Exaudi Domine…höre Herr, meine Stimme! Gut, dass er uns hört.

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Donnerstag, 21.05.2020

Film

Musikalische Begleitung: Andreas Kleis

1. Präambulum von J.S.Bach

2. Präludium von J.S. Bach

3. Auf Christi Himmelfahrt allein… 122

4. Variationen von Andreas Kleis zu 122

5. Improvisation von Andreas Kleis: Weißt du wieviel Sternlein stehen, Nr. 511

TextVersion

Himmelfahrt feiern wir jedes Jahr in Wittelbach. Das kleine Kirchlein auf der Anhöhe blickt auf eine lange Geschichte zurück und birgt lauter Geheimnisse. Schon beim Eintreten staunt man über den Türsturz: Ein Kreuz, ein siebenfach verzweigter Baum und ein Sonnensymbol. Das fühlt sich richtig nach Himmelfahrt an:

Der am toten Holz Gekreuzigte wurde durch seine Auferstehung für alle zum vollendenten Lebensbaum und ihm und uns leuchtet die Sonne der Ewigkeit! Wer die Kirche betritt darf auf Ermutigung und innere Stärkung hoffen. Das spürt jeder, der auf einer Wanderung oder Fahrradtour hier reinschaut.

Das alte Kirchlein von Wittelbach lässt uns viel entdecken – auch heute am Himmelfahrtstag...

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Sonntag, 17.05.2020

Film

Musikalische Begleitung: Swetlana Renz

1. Die Filmcrew singt: Wenn die Last der Welt dir zu schaffen macht 645

2. Orgel: Plein jeu von Nicolas de Grigny

3. Die Filmcrew betet singend: Vater Unser 188

4. Orgel: Johann Pachelbel: Praeludium

 

Mit Bildern von den Reisen mit Anke Doleschal 

Textversion

Es wird in diesen Tagen wieder mehr telefoniert. 

Wir genießen es einander beim Reden auch sehen zu können, ein Foto oder ein Video als Gruß zu schicken. 

Das klappt als stünde der andere neben uns. 

Während wir diese Errungenschaften auskosten, richtet der heutige Sonntag den Scheinwerfer auf die älteste Kommunikationsform — frei von Gebühren, stets mit überirdisch guter Verbindung und ständig aufgeladenem Akku! 

Rogate! Betet! 

Greifen wir zurück auf die bewährteste Verbindung! 

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