Glockengeläut um 19.30 Uhr

Ein Augenblick zum Innehalten – jeden Abend läuten die beiden großen Glocken um 19.30 Uhr

Der Bildschirm ist zu unserem Gegenüber geworden. Die Nutzungsdauer des eigenen Handys möchte man gar nicht mehr wissen.

Die Struktur der Tage ist aufgeweicht, alles ist durcheinander geraten, manchen wird die Zeit lang und die Familie anstrengend.

Wir brauchen einen langen Atem: alle, die daheim ausharren und alle, die um andere täglich kämpfen in den lebensnotwendigen Geschäften und Krankenhäusern.

Wenn um 19.30 Uhr unsere beiden großen Glocken läuten ist das eine Gelegenheit zum Innehalten.

Es ist Gelegenheit den Kindern zu sagen: Hörst du auch die Glocken?

Sich selbst zu sagen: Jetzt lege ich das Handy aus der Hand und schaue aus dem Fenster in die Nacht.

Es ist die Gelegenheit eine Kerze anzuzünden und mal nichts zu sagen – einfach zu denken oder zu beten:

Gott, höre mich, denn ich bitte dich…

für die, die an die Grenzen gehen mit ihrer Kraft,

für die, die ihre Gesundheit für andere aufs Spiel setzen,

für die, die wegweisende Entscheidungen fällen, um die Gefahr zu bannen,

für die, die darauf achten dass die Regeln eingehalten werden,

für alle, die um Atem ringen und deren Lunge schmerzt,

für alle, die Angst haben um ihre Lieben,

für alle, die weinen, weil sie einen nahen Menschen verloren haben,

für die Menschen in Ländern, die keine Gesundheitsversorgung haben wie wir,

für Vernunft und Weitsicht weltweit,

für Einsicht bei den Uneinsichtigen, die sich für unverwundbar halten,

für das Wunder eines Wirkstoffs, der uns heilt und schützt.

Dafür, dass wir nicht mehr in den alten Trott des egoistischen Jagens zurückverfallen,

sondern etwas retten von der Solidarität und Rücksichtnahme.

Hilf mir jeden Tag das Richtige zu tun und zu lassen

und bewahre mir meine Lieben.

Amen

 

Sind Ihre Gedanken dabei, kommen Ihnen noch weitere Sorgen und Bitten?

Sagen Sie es einfach Gott,  während die Glocken läuten. So wie es Ihnen gerade in den Sinn kommt.

Gott ist nicht kompliziert. Er braucht keine großen Worte. Es gilt, was aus dem Herzen kommt.

Fragen Sie Ihre Kinder, worum Sie Gott bitten möchten…

Und wenn Ihnen die Worte fehlen, ein Vater Unser geht immer. Da ist alles enthalten.